Nachwuchs Cup in Zuchwil 2004

Rollende Zuchwiler

Inline-Skating Starker Nachwuchs rollt durchs Sportzentrum Zuchwil
Am Freitagabend kamen über 50 Kinder zum Inline-Skaten. Im Sportzentrum Zuchwil stand der Nachwuchs-Cup auf dem Programm. Die dreiteilige Serie bietet Kids Gelegenheit, erste Erfahrungen auf den Inline Skates zu sammeln.
F ür einige war es tatsächlich das erste Mal, dass sie sich auf die vier oder sogar auf fünf Rollen wagten. Es hatte aber auch einige Teams unter den Teilnehmenden, die schon einige Erfahrung mitbrachten und im Juniorenbereich schon beachtliche Erfolge erzielen konnten.
Obwohl Inline-Skating eigentlich ein Sport ist, der sich vornehmlich draussen abspielt, fand der Event in einem Hockeystadion statt, auf einem speziellen Belag notabene. Peter Haudenschild vom organisierenden Inline-Club Mittelland: «Der Hauptgrund, dass wir drinnen fahren, ist vor allem wegen der Attraktivität für die Zuschauer, die damit die Nachwuchs-Skater immer wieder vorbeiflitzen sehen.»
Wie beim Sechstagerennen
In der Tat ist die Stimmung fast wie an einem Sechstagerennen. Bei jeder Zieldurchfahrt brandet von den zahlreichen Zuschauern, meist Eltern, frenetischer Applaus auf. Die Kids liefern sich heisse Duelle bis auf den letzten Meter. Die Jugendlichen konnten dreimal ran an diesem Abend und konnten sich über verschiedene Distanzen beweisen. Die kürzeste Distanz bei den 5-jährigen «Knirpsen» waren 100 Meter, das längste Rennen gabe es bei den bis 13-jährigen Jugendlichen. Auch Staffel-Wettbewerbe wurden durchgeführt, und boten ein besonderes Spektakel. Man kam in den Genuss von packenden Rennen, die glücklicherweise ohne nennenswerte Zwischenfälle ausgingen.
Ein besonders Talentierter ist der 12-jährige Sebastian Gyr aus Zuchwil. Er kommt aus einer ganz «angefressenen» Inline-Familie. Sebastian hat bereits die Gesamtwertung des Swiss-Inline- Cups bei den Kids gewonnen. Ausserdem ist er Vize-Schweizer-Meister auf der Bahn 2003 in Zug geworden. Er reist im Sommer in der ganzen Schweiz zu den Rennen dieser prestigeträchtigen Serie. «Nächstes Wochenende fahre ich den Engadiner», freut er sich bereits auf das Highlight dieser Saison. Zum Trio Gyr gehören auch der 10-jährige Fabian und die 7-jährige Tatjana. Natürlich hat auch Vater Stefan Gyr vom Inline-Club Mittelland mit seinen Schützlingen genug zu tun: «Das Ganze ist ein Familienunternehmen. Wir machen das alles noch aus Plausch». Obwohl Sebastian schelmisch meint: «Einmal Profi zu sein, das wär schon was. Ich bin in der Woche sicher dreimal draussen am Trainieren». Für Sebastian Gyr ist der Nachwuchscup ein guter Einstieg für den bekannten Swiss-Inline-Cup.
Der Inline-Club Mittelland gehört zu den grössten Inline-Skatingclubs in der Deutschschweiz und hat gegen 120 Mitglieder. Trainiert wird meistens in Niederbipp auf einem Firmengelände. Das Einzugsgebiet geht weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Der Club hat sich mittlerweile einen Namen in der Szene geschaffen. Die Nachwuchsförderung wird hier gross geschrieben. Der Club leistet sich einige J&S-Trainer, um die Jugendlichen gezielt zu fördern. Inline-Skating ist gerade bei den Jugendlichen populär und eignet sich auch bei vielen als Zweitsportart. So schätzt etwa der Leichtathletik-Junior Simon Friedli die Abwechslung auf den Rollen. Auch Peter Haudenschild, der mit seinem Sohn Marco und Tochter Tamara die jeweiligen Kategorien gewann, meint: «Inline-Skating hat ein ganz eigenes Lifestyle. Das Umfeld im Rollsportbereich ist recht familiär und noch nicht so leistungsorientiert wie in anderen Sportarten. Es ist auch wichtig, dass die Jungen gerade in diesem Alter noch aus Freude den Sport ausüben». Dass der Nachwuchs in der Schweiz auf gutem Weg ist, zeigen auch die erst kürzlich errungenen Erfolge der Haudenschilds in Deutschland.
Ein richtiges Mekka für die Inliner ist auch Liestal. Auch im Rollsportclub Liestal wird dem Nachwuchs einiges geboten: Man organisiert verschiedene Schnupperkurse und stellt auch Trainer zur Verfügung, die sich sogar auf die Bereiche Technik und Ausdauer spezialisieren. Coach Sabina Meier war denn auch angetan von den Leistungen ihrer «Kids» in Zuchwil. Liestal organisiert dann im September das letzte von drei Rennen. Der Gesamtbeste gewinnt dann einen Wanderpokal. Fragt man die «Kids» nach der Faszination des Inline-Skatings tönt es meistens: «Weil es cool ist». Die meisten schwärmen aber auch von der Geschwindigkeit und vom einzigartigen Gefühl des «Dahingleitens». So richtig sprachlos war nach seinem allerersten Rennen der jüngste Teilnehmer, der 4-jährige Dylan Tschabold aus Oberönz. Aber es war ihm anzusehen, er hat es genossen. (Quelle des Textes: Solothurner Zeitung)

Auf den Rollen

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